Ghaith Al Shaar spielt Oud seit er zehn Jahre alt war. An der Musikhochschule Damaskus studierte er Horn im Hauptfach und Klavier im zweiten Fach. 2019 absolvierte er ein Masterstudium in Musikwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin. Sein Oud-Unterricht ist von den unterschiedlichen Erfahrungen geprägt, die er im Bereich der westlichen und der arabischen Musik gesammelt hat.

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Seit Tausenden von Jahren wandert die Oud zwischen den Zivilisationen und hat dabei ihr Aussehen und ihren Name immer wieder verändert. Aktuell hält sich das Instrument in Nordafrika und Südwestasien auf, wo es wesentlicher Bestandteil der klassischen Musik ist. Die Musiken dieser Regionen haben zwar mehrere Gemeinsamkeiten, beispielsweise teilen arabische, türkische und persische Musik dieselben Maqame (als Maqam bezeichnet man den Modus, auf dem ein Musikstück basiert, vergleichbar den Tonleitern in der westlichen Musik). Jede dieser Musiken hat aber einen eigenen, charakteristischen Umgang mit den Maqamen. Ebenso unterscheiden sich der Aufbau der Oud, sowie die Spielweisen regional. Häufig spielen Sänger das Instrument zur Begleitung für ihren Gesang. Außerdem hat die Oud eine wesentliche Position in der traditionellen arabischen klassischen Band Al Takht Al Sharki.

Methode:
Sei es, dass man Oud professionell lernen oder als Hobby spielen möchte - in jedem Fall sind mehrere aufeinander folgende Lernphasen erforderlich.

  • In den ersten Sitzungen wird an zwei Themen gearbeitet:
    Zum einen Notenlesen: Hier geht es darum, die Elemente der Notation kennenzulernen, angefangen beim Notensystem und den Notenschlüsseln, über die Notenwerte und Taktarten, bis zur Position der Noten im Notensystem. Hinzu kommt ein Verständnis der Tonleitern und ihrer genauen Beschaffenheit. Das zweite Thema umfasst die richtige Körperhaltung, die eng mit dem Klang der Oud zusammenhängt. Wie hält man das Risha (eine Art Plektrum), und wie schlägt man mit ihm die Saiten an? Was ist der richtige Griff der linken Hand auf dem Hals der Oud? All diese Dinge beeinflussen den Klang des Instruments. Für beide Bereiche, Notenlesen und Körperhaltung, braucht es verschiedene Übungen, teilweise speziell für die rechte Hand, teilweise für beide Hände.
  • Nach einigen Sitzungen fangen wir dann parallel zu diesen technischen Übungen an, Lieder aus der arabischen Musiktradition zu spielen. Lieder gelten als unverzichtbarer Zugang zur Welt der arabischen Maqame sowie der Instrumentalmusik. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Lieder nicht nur zu spielen, sondern auch ihre Melodien zu analysieren und Ajnas (bestimmte Tonfolgen) zu erkennen.
  • Nach mehreren Monaten werden die theoretischen und technischen Kenntnisse vertieft, indem wir an Instrumentalmusikstücken und an Maqamen arbeiten, sowie an der Improvisation (Taksim). Instrumentalstücke wie Sama’i, Longa, aber auch Lieder sind dabei auf bestimmten Maqamen aufgebaut, deren melodische Strukturen traditionell festgelegt sind.
  • Das Spielen solcher Stücke erfordert vielfältige Spieltechniken für beide Hände. Diese Techniken werden durch Rischa- und Tonleiter-Übungen, sowie Etüden und Capricen erlernt.



    Gruppenunterricht:
    Zusätzlich zum Einzelunterricht können Schüler/innen am Gruppenunterricht nehmen. Jede Gruppe besteht aus 2 bis maximal 5 Schüler/innen. Sie spielen gemeinsam Lieder, Musikstücke und Übungen, was Spaß macht und die Lernmotivation erhöht.

    Gruppenunterricht verbessert darüber hinaus die Gehörfähigkeiten der Schüler/innen, da sie während des Zusammenspiels sowohl ihr eigenes, als auch das Spiel der Anderen verfolgen. Gruppenunterricht bietet außerdem Raum für Diskussionen über theoretische und technische Fragen und bereitet die Lernenden für das Zusammenspiel in verschiedenen Kombinationen vor.